Ja, aber wenn Sie das Haus einmal verkaufen wollen…

Diesen Satz hörten wir immer mal wieder. Vornehmlich dann, wenn fachliche Argumente ausgingen oder gar nicht vorhanden waren. Zwei Beispiele?

Beispiel 1: Dämmung von Keller und Garage.

Seit der Entscheidung für den Bau eines Kellers waren wir uns sicher, dass es ein Nutzkeller sein soll. Einlieger-Kellerwohnung, Party-Keller oder Kinderzimmer im Keller spielen für uns keine Rolle. Einlieger-Kellerwohnung? Für wen auch immer. Party-Keller? Unsere Gäste dürfen mit uns im Wohnbereich feiern. Kinderzimmer im Keller? Die drei wohnen in Dresden, Berlin und Frankfurt viel besser, als sie je bei uns im Keller wohnen könnten. Und außerdem sind sie alle so gut drauf, dass wir sie nicht im Keller verstecken müssen.
Also wozu ein KfW-70-Keller? Den Möhren und Zwiebeln bekommt die Wärme nicht so gut und wer etwas Kaltes trinken will, soll sich einen Kaffee bestellen.
Die Garage sollte natürlich auch ‚ordentlich‘ gedämmt werden. Für ein Auto mit Klimaanlage? Damit die Fahrräder nicht frieren? Nein! Wenn Sie mal eine Garagenparty feiern wollen. Party in der Garage? Hatten wir das nicht schon mal mit dem Keller durch diskutiert? Nein, Herr Kern! Nochmal: Unsere Gäste dürfen in der Wohnung mit feiern!

Und als nun wirklich alle Argumente für einen KfW-70-gedämmten Nutzkeller und die kuschelwarme Garage aufgebraucht waren, kam der alles entscheidende Satz: Ja, aber wenn Sie das Haus einmal verkaufen wollen…


Beispiel 2: Rollläden

Dass uns die Standard-Rollläden aus der Standard-Haus-Ausstattung nicht besonders gut gefallen, ist ja sicher nicht sehr überraschend. Daher haben wir uns gedanklich mit Raffstores auseinandergesetzt. Was das in Bezug auf die übliche (Auf-)Preisgestaltung bedeutet, ist vielleicht mal ein Thema für eine neue Episode. Jedenfalls haben wir die Raffstores schnell wieder aus den Gedanken gestrichen, sind aber bei der Beschäftigung mit dem Thema unweigerlich an verschiedenen Fragestellungen hängen geblieben. Also die Frage, die es zu beantworten galt, lautete: „Wozu brauchen wir eigentlich überhaupt Rollläden?“. Und natürlich haben wir die Frage mit Herrn Kern erörtert. Daraus entwickelte sich ein Dialog, der sich im Gedächtnisprotokoll etwa so liest:

„Rollläden brauchen Sie für die Verschattung, damit die grelle Sonne nicht stört.“
„Unsere großen Fenster befinden sich alle an der Nordseite. Da gibt’s keine grelle Sonne, die verschattet werden muss.“

„Außerdem bieten die Rollläden einen Sichtschutz.“
„Unsere Vorhänge werden uns ausreichend Sichtschutz bieten, zumal sich hinter den Fenstern nur unser Garten befindet.“

„Den Wärmeschutz solcher Rollläden sollte man auch nicht unterschätzen.“
„Aber Herr Kern, Sie werben doch intensiv mit den hochwertigen dreifach verglasten Wärmeverbundfenstern, die die Einhaltung des KfW-70-Standards garantieren. Wird dieser Wärmeschutz nur durch die zusätzlichen Rollläden gewährleistet? Dann sind die Fenster wohl gar nicht so hochwertig, wie beschrieben?“

„Rollläden bieten einen zusätzlichen Einbruchschutz.“
„Welche Widerstandsklasse haben denn die Rollläden?“
„Widerstandsklasse? Meinen Sie die Fenster? Über Widerstandsklassen von Rollläden ist uns nichts bekannt.“

Und jetzt – der geneigte Leser wird schon lange darauf gewartet haben: „Ja, aber wenn Sie das Haus einmal verkaufen wollen…“
Wollen wir nicht und deshalb wird es an unserem Haus keine Rollläden geben.


Hand auf’s Herz. Wer baut denn sein Haus für einen künftigen Käufer?

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